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Der Kampf einer Moderatorin

Vor ein paar Tagen las ich in der Zeitung von der israelischen Radiomoderatorin Makbula Nassar und ihrem Kampf gegen traditionelle Vorstellungen in der arabischen Männerwelt. Ein sehr mutiges Unterfangen, wie ich finde, und ich wünsche ihr viel Kraft in ihrem Leben.

Hier ein Auszug aus dem Artikel:

Makbula Nassar legt sich gerne mit Männern an. Genauer gesagt: mit den Traditionsvorstellungen des arabischen Mannes. Die palästinensisch-israelische Feministin aus Haifa nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Schon das ist ziemlich ungewohnt in einer Gesellschaft, die persönliche Belange eher unter der Decke hält. Umso mehr schalten ein, wenn Makbula Nassar zweimal wöchentlich für den Sender Al Schams live auf Sendung geht. Al Schams heißt übersetzt „Die Sonne“ und ist die einzige unabhängige Radiostation der arabischen Minderheit in Israel. Nachmittags um vier Uhr, jeweils sonntags und mittwochs, moderiert Nassar dort die Show „Kalam Mubaschir“, deutsch: Offen gesagt, bei der die Zuhörer auch anrufen können.

Der Name ist Programm. Bevorzugt werden dort die ganz besonders heiklen Themen diskutiert, über die sonst kaum jemand öffentlich redet. Und zwar im „Makbula-Format“: mit Lust am ungeschminkten Diskutieren und engagierten Streiten in einer Sprache, die jeder versteht. „Ich mag es, wenn es hart zur Sache geht“, sagt Nassar und wippt mit der Zigarette. Sie genießt auch den Widerspruch. Obwohl ihre Toleranz und ihr Temperament nicht immer kompatibel sind. Wenn ihr ein Hörer zu dumm kommt, kriegt er zu spüren, was sie von ihm hält. Getreu dem Motto der Sendung: offen gesagt.

Der ganze Beitrag ist hier zu finden.

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Willem

In loser Folge werde ich hier unter der Kategorie „Lieder, die meine Welt beweg(t)en“ über den Soundtrack meines Lebens schreiben.

Den ersten Beitrag widme ich aber keinem bestimmten Song, sondern dem Mann, der mit seiner Radiosendung „Top Fofftein“ in den frühen Achtzigern massgeblich die Anfänge meiner musikalischen Selbsfindung und -befreiung begleitete: Wilken F. Dincklage bekannt auch als Willem.

In der DDR gab es leider keine Radiosender, die  die neuesten Hits (die mit wenigen Ausnahmen alle aus dem Westen kamen) spielten und an Westplatten heranzukommen war quasi unmöglich. Der einzige Weg, sich die begehrten Titel zu besorgen, war für mich, jeden Sonnabend von 9.°° – 11.°° mit dem Kassettenrecorder amRadio bei NDR 2 zu hängen und zu hoffen, dass Willem nicht zuviel und zu früh in die Titel quatschte. Aber dann ich hatte „meine Musik“ auf Band! Wahnsinn!

Ich kann mich noch erinnern, wie stolz ich war, „Jeanny“ von Falco auf Band zu haben, nachdem der Song von vielen Radiostationen nicht mehr gespielt wurde und fast auf dem Index landete – aber dank Willem hatte ich ihn!
Danke Willem und R.I.P.
Wer nicht weiss, von wem ich rede, sollte sich folgendes Video anschauen und sich erinnern – alle anderen natürlich auch!  🙂

Als ich später meinen Musikgeschmack spezialisierte und mich von Mainstreamhits abwandte, landete ich bei DT64, der für mich beste Sender, den es bisher gab. 😉

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