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Betreuungsgeld für die, die es nicht wollen bzw. brauchen

Eigentlich sollte jetzt hier ein von mir verfasster Text stehen, aber der Artikel von Antje Schrupp braucht keine Ergänzung meinerseits – Vielen Dank, Antje 🙂

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Schlosspark Theater – die Fortsetzung

Februar 19, 2012 5 Kommentare

 

 

Vorsicht – folgender Text enthält explizite Abbildungen und ironische Passagen!

 

 

Da steige ich neulich am Herrmannplatz in Neukölln aus der U7, geh die Treppen hoch und mein Blick fällt auf diese bildliche Darstellung ähm… von was eigentlich? Beim näheren Hinsehen stelle ich nicht nur fest, dass die Frau auf dem Bild tatsächlich komplett nackt ist, es handelt sich hier auch nicht um das neue Spiegelcover, das mich zu provozieren sucht. Nein – verantwortlich zeichnet sich hier das allseits bekannte Schlosspark Theater Berlin, welches sich in den letzten Wochen ja schon mit anderen Ergüssen seines hochkulturellen Repertoirs hervor tat.

Nun, denke ich mir, da hat sich das Schlosspark Dingens diesmal das Thema Sexismus rausgepickt, um es, wie bei dem anderen Stück zum Thema Rassismus, tiefergehend zu behandeln.
Bei meiner Recherche zum titelgebenden Spiegel-Bestseller-Roman von Hans Rath muss ich auch nicht lange suchen. In der Anzeige eines grosses Bücherversandhauses werde ich fündig:

Kurzbeschreibung

Habe ich noch eine Affäre oder schon eine Beziehung? Kann ein Vollbart zwischen einem Mann und seiner wahren Liebe stehen? Und wie stoppe ich den ehrgeizigen Junior-Kollegen, der mit der Tochter des Chefs ins Bett geht? Paul sucht Antworten. Genau wie sein Verbündeter und Kollege Schamski, sein Freund Günther und der arbeitslose Künstler und Chauffeur Bronko. Die drei ziehen nach verschiedenen persönlichen Katastrophen bei Paul ein. Ab sofort schwinden dessen Weinvorräte rapide, dafür ist nachts schon mal eine nackte Sekretärin in der Küche anzutreffen …

Der Verlag über das Buch

Interview mit Hans Rath

Affäre, Beziehung, große Liebe – wer blickt da schon durch? Paul, der Held des Romans „Man tut, was man kann“, jedenfalls nicht. Im Amazon.de-Interview verrät uns Autor Hans Rath u. a., was man durch Sex über sich selbst erfahren kann, wie Männer am liebsten Beziehungsfrust sublimieren und warum man eigentlich nie aufs „nächste Mal“ vorbereitet ist.

Frage: Paul trifft Kathrin, sie haben Spaß miteinander, gehen ins Bett – eigentlich eine einfache Kiste. Was ist dann Pauls Problem?

Hans Rath: Paul hat wahrscheinlich eine Grundregel menschlicher Beziehungen erkannt, die da lautet: Sex allein ist eigentlich nie das Problem; aber meistens fangen alle Probleme damit an.

Frage: Kathrin will nach dem Sex wissen, was Paul denkt – der will nur weg. Sind beide die männlichen und weiblichen Beziehungsarchetypen?

Hans Rath: Spielt das eine Rolle? Selbst wenn wir haarklein analysieren und verstehen könnten, wie die Liebe funktioniert, stünden wir beim nächsten Mal ja doch wieder wie der Ochs vorm Berg.

Frage: Sex – so erfährt man von Paul, „hat eine Menge mit einem selbst zu tun“. Was vermittelt uns diese Weisheit über Paul?

Hans Rath: Paul sagt es zu einem Teenager, und für dieses Alter stimmt der Satz. Später spalten wir viele Dinge von uns ab. Berufe, Beziehungen, ganze Lebensentwürfe haben oft nichts mehr mit den Menschen zu tun, die sie ausfüllen. Sex ist aber ein Indikator. Bevor Leute merken, dass sie kreuzunglücklich sind, stellen sie oft fest, dass es im Bett nicht mehr so gut läuft.

Frage: Sex, eine Affäre, eine Beziehung – das ist Pauls Modell einer Stufenrakete, wenn es darum geht, über sein Verhältnis zu Frauen zu grübeln. Wie weit kommt er innerhalb dieser Hierarchie?

Hans Rath: Es reicht nicht zu einer Beziehung, aber eine Affäre bringt Paul durchaus zustande – zumindest nach seiner eigenen Klassifikation. Sein System ist der Versuch, die Kontrolle zu behalten – was in der Liebe ja bekanntlich ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen ist.

Frage: Eher unfreiwillig wird Pauls Wohnung zu einer Männer-WG, in der sich Verlassene, Ausgestoßene und Frustrierte treffen – während die Frauen irgendwie ihren Weg gehen. Sind einmal mehr die XY-Chromosomenträger die Verlierer?

Hans Rath: Gewinnen und Verlieren sind in Herzensangelegenheiten relative Größen. Ich glaube, nirgendwo sonst werden so viele Pyrrhus-Siege gefeiert wie im Lotterbett und vor dem Traualtar.

Frage: Dr. Paul Schuberth hat auch noch einen Beruf, ist Personalverantwortlicher in einem großen Unternehmen. Ist das der Ort, um beziehungstechnische Frustrationen zu sublimieren?

Hans Rath: Unter all jenen Dingen, mit denen beziehungstechnischer Frust sublimiert werden kann, hat der Job bei Männern nach meiner Vermutung einen der vorderen Plätze. Alkohol, Autos, Sport und Vereine würde ich ebenfalls unter den Top Five vermuten.

Die Fragen stellte Henrik Flor, Literaturtest.

Quelle: http://www.amazon.de/Man-tut-was-man-kann/dp/3805208707

Aha …

Sexistischer Kackscheiss!

(Warum habe ich eigentlich nie diese grossen Klebebanner dabei, wenn ich sie brauche?)

Geht´s noch?

Juni 15, 2011 10 Kommentare

Bisher las ich die Berliner Zeitung recht gern und war häufig positiv von Artikeln überrascht, die einen sachlich kritischen Blick auf gesellschaftlich relevante Themen warfen. Diese Perspektive scheint aber in der letzten Wochenendausgabe abhanden gekommen zu sein.

Unter der Überschrift „Die Macht der Frauen“ können wir im Magazin-Teil die „Gedankensprünge“ von Regine Sylvester lesen, die in ihren Aussagen ein Jahrhundert Frauenbewegung und emanzipatorische Entwicklung negiert und dabei Begriffe wie Roll-Back weit in den Schatten stellt.
Schon das Titelbild, das zwei Drittel der ersten Seite des Artikels füllt und mit den Worten „Frauen dürfen heute alles zeigen, was sie haben. Sie wissen, dass sie die Männer damit erregen.“ unterschrieben ist, lässt eine_n schlucken.

Im Printmedium zeigt das Bild auch das tiefe Dekolleté der Frau mit dem Fernglas.

(Obiges Bild ist der Webausgabe der Berliner Zeitung entnommen.)

Im Folgenden widmet sich die Autorin der Frage, ob Männer immer schuld an Gewalt, Affären und Übergriffen seien und wie es in diesem Zusammenhang um die Macht der Frauen bestellt ist. Sie springt zwischen vielen Themen hin und her und vermischt private, individuelle Erlebnisse mit Ergebnissen aus (wissenschaftlichen) Studien.

Zunächst einmal wird aber von Regine Sylvester männliche Gewalt banalisiert, wenn sie über die jüngsten tödlichen Ereignisse in Rostock-Warnemünde anlässlich des sogenannten „Herrentages“ (Christi Himmelfahrt) schreibt:

Männer – nur einige, keineswegs alle, und eher jüngere als ältere – zeigen die alberne, die rüpelhafte Seite ihres Selbstverständnisses. Diese Gruppen können auch gefährlich werden. Am kleinen Müggelsee gab es dieses Jahr eine Keilerei. In Warnemünde starb ein Familienvater wegen nichts aus dem Nichts: Zwei konkurrierende Wandergruppen hatten sich gestritten, welche den schöneren Karren zog: einen Einkaufswagen oder einen Bollerwagen. Unter Männern kann eine seltsame Gewalt gären, die sie plötzlich aufeinander richten. Bei Kneipenschlägereien, Kriegen zwischen Fußballfans oder Rockern haben Frauen nichts zu suchen.

Tödliche Gewalt ist keineswegs „rüpelhaft“ und der Mann in Rostock starb nicht „aus dem Nichts“ – er erlag seinen Verletzungen nach einem massiven Schlag auf den Hinterkopf. Gewalt von/unter Männern ist nicht „seltsam“ sondern grauenvoll und abstossend. Und sie ist Teil der Inszenierung des Männlichen, das von einer patriachal geprägten Gesellschaft vorgeschrieben wird. Frauen finden wir in diesem Kontext (meist) nur als Opfer wieder.

Der nächste  Gedankensprung der Autorin entzieht sich meinem Verständnis und stellt sich mir als inhaltsleer dar. Im Wesentlichen scheint es ihr hier um Kolleginnen-Bashing zu gehen. Wer mag, kann die entsprechenden Passagen selbst lesen – ich lasse sie hier aus.

Der dritte Abschnitt des Textes wird eingeleitet mit den Worten „Ich komme aus dem Osten.“ Ach so – und was hat das mit dem Thema zu tun? Frau Sylvester klärt uns auf. Sie zitiert aus einer ihrer Kolumnen aus dem Jahre 1993, an der sie auch heute kein Wort ändern würde:

„Könnte es sein, dass der feministische Aufbruch auch Verluste brachte? Zerfall der Geschlechterrollen ohne erkennbare lebenslustige Alternative? Verunsicherte Männer trauen sich nicht, einer Frau in den Mantel zu helfen. Anerkennende Pfiffe auf der Straße gelten als Sexismus. Ich denke da anders: So lange einer pfeift, ist alles in Ordnung. Will wirklich keine angesprochen werden? Man kann doch Nein sagen. Ich frage mich, wie die Frauen im Westen überhaupt Männer kennenlernen.“

Bitte? Ein Kennenlernen von Frauen und Männern auf gleicher Augenhöhe und eine Ansprache ohne sexistischen Unterton ist nicht möglich? Achso – im Osten zählt oben genanntes nicht als Sexismus. Und nach über 20 Jahren Mauerfall immer noch. Solche Aussagen, Frau Sylvester, halte ich für „Unsinn“.

Einverstanden bin ich mit der Aussage, dass Frauen nicht die besseren Menschen seien und ich gehe davon aus, das sexismuskritische Menschen dem nicht widersprechen.

Die folgenden Gedanken von Regine Sylvester wagen den Sprung ins Absurde. Sie erzählt uns von mächtigen Frauen und deren Mitteln, um ihre Macht zu erhalten. Die Macht der Verführung! Als historische Beispiele führt die Autorin Kleopatra und Helena ins Feld. Hier stellt sich zum ersten Mal die Frage: Geht´s noch? Die eine der beiden verlor bewiesenermaßen ohne die Männer an ihrer Seite all ihre Macht und sie hatte keinerlei Einfluß darauf. Und von der anderen ist nicht einmal klar, ob sie nicht nur eine Figur eines Epos von Homer war.

Aber es kommt noch dicker:

Die Kunst der Verführung, heute weitgehend heruntergekommen zur sexuellen Anmache, drängelt sich auf der Rampe der Aufmerksamkeit. Man kann gar nicht wegsehen, Hintern und Brüste auf der Titelseite, auf dem Plakat. Tussis mit gürtelbreiten Röcken steigen vor dir die S-Bahn-Treppe hoch. Frauen dürfen heute alles zeigen, was sie haben. Sie wissen, dass sie die Männer damit erregen, aber die dürfen sich nicht aufgefordert fühlen.

Zu was dürfen sich die Männer nicht aufgefordert fühlen. Vielleicht zu dem, was Lara Logan von Männern angetan wurde und von dem sie in diesem Interview spricht (Vorsicht: Triggerwarnung)?

Im nächsten  Gedankensprung, der in unverständlicher Weise Erkenntnisse aus Studien mit individuellen und subjektiven Erlebnissen vermischt, will Frau Sylvester aufzeigen, dass Frauen ebenso gewalttätig sind wie Männer. Hier bezieht sich sie sich im Wesentlichen auf eine Studie von Dr. Peter Döge, die im Auftrag der Männerarbeit der Evangelischen Kirche Deutschlands erstellt wurde.

2010 zeigte eine Studie der evangelischen Kirche, dass beide Geschlechter fast gleich häufig Täter sind, etwa 30 Prozent der Frauen und 34 Prozent der Männer üben Gewalt aus. Wenn Männer gewalttätig werden, sind sie es meist gegen Fremde. Gewalt von Frauen richtet sich gegen den eigenen Partner.

Den Gewaltbegriff und die Methode, die dieser Studie zu Grunde liegen, werden im Artikel leider nicht erwähnt.

Die Gewalthandlungen wurden entlang der Conflict Tactic Scale kategorisiert und abgefragt. Damit liegt der Sonderauswertung ein weiter Gewaltbegriff zugrunde, der Gewalt nicht auf (sichtbare) physische Gewalt reduziert. Denn nur ein dementsprechend weiter Gewaltbegriff vermeidet unzulässige geschlechtsspezifische Zuschreibungen von Täterschaft und Opferschaft.

Quelle: MÄNNERSTUDIE 2009

Befragen wir hier doch einmal Wikipedia:

Conflict Tactic Scale misst retrospektiv, welche Taktiken (Schreien, Schubsen, Schlagen, usw.) von den Individuen während eines Jahres zur Austragung von Konflikten angewandt wurden. Nicht erfasst werden hingegen die Gründe (z.B. Angriff oder Verteidigung) und die Konsequenzen (z.B. Verletzung) der gewählten Taktik. Vorteil einer solchen Messung ist ihre Objektivität, welche die subjektive Bewertung der Handlung durch das Individuum ausschaltet. Die Abwesenheit wenigstens eines Minimums an Kontext ist jedoch auch der größte Nachteil der Methode, da es bei der Interpretation der Zahlen auch für den Forscher nicht möglich ist, die Handlung zu bewerten.

Die auf diese Weise erhaltenen Zahlen wurde immer wieder als Beleg für die Hypothese benutzt, häusliche Gewalt zwischen Paaren würde gleich oft von Frauen wie von Männern ausgehen und Männer würden gleich oft Opfer häuslicher Gewalt, wie Frauen – und dies, obwohl auch der Autor der Methode darauf hinweist, dass diese Interpretation ohne weitere Untersuchungen nicht zulässig sei. Diese Hypothese rief in sozialwissenschaftlichen, kriminologischen und viktimologischen Kreisen einen Methodenstreit hervor, der bis heute anhält, da die Zahlen mit anderen Methoden bisher nicht verifiziert werden konnten. Auf der anderen Seite werden geschlechtersymmetrische Rohdaten aus CTS-Untersuchungen von politischen Kreisen immer wieder dazu benutzt, die hauptsächlich auf Frauen und Kinder zugeschnittene Opferschutzpolitik westlicher Länder zu kritisieren und infragezustellen.

Quelle: Wikipedia

Der zitierten Studie halte ich kommentarlos die Zahlen aus dem Gender Datenreport Berlin 2010 entgegen:

Als häusliche Gewalt bezeichnet man Gewaltstraf­taten in partnerschaftlichen oder ähnlichen persön­lichen Beziehungen. Die Gewalt geht in bis zu 80 % der Fälle von Männern aus. Der Bedeutung und Schwere dieser Straftaten trägt die Berliner Polizei durch ein gesondertes Erhebungs- und Analysever­fahren Rechnung. Im Jahr 2009 wurden 16 285 Fälle häuslicher Gewalt aktenkundig. Damit ist erstmals seit Beginn der systematischen Erfassung ein leich­ter Rückgang um 97 Fälle zu verzeichnen. Bei drei Viertel aller Taten handelt es sich um Rohheitsdelik­te, darunter u. a. 7 328 Fälle leichter und 1 530 Fälle schwerer Körperverletzung. Zudem wurden vier voll­endete Tötungsdelikte und zwölf Tötungsversuche registriert sowie 140 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, davon 108 Fälle von Vergewalti­gung bzw. sexueller Nötigung.

Insgesamt ermittelte die Polizei im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt 10 502 Tatverdächtige, darun­ter 8 049 Männer (77 %). 13 343 Personen wurden als Opfer dieser Straftat registriert, dabei handelte es sich ganz überwiegend um Frauen (77 %).

Quelle: Gender Datenreport Berlin 2010

Der letzte Gedankensprung von Regine Sylvester, mit dem ich mich hier beschäftige, ist ein Faustschlag ins Gesicht von Vergewaltigungsopfern. Zunächst zitiert sie aus einem Interview mit der Schriftstellerin Catherine Millet, in dem diese die Meinung vertritt, dass eine Vergewaltigung die Persönlichkeit einer Frau nicht schädigen könne, da diese sich nicht auf das Körperliche reduzieren lasse (welch eine Verkehrung von feministischen Standpunkten!).  Im weiteren stellt Frau Sylvester ihre eigen Ansicht zur Thematik klar:

In einem Alter, das sich bestimmte Sätze fürs ganze Leben merkt, habe ich den Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ gesehen, den berühmten Italo-Western. Claudia Cardi-nale spielt eine junge schöne Witwe zwischen unberechenbaren Männern. Einer droht, sie zu vergewaltigen. Sie reagiert mit einer kurzen Ansprache: Sie könne sich nicht gegen ihn wehren. Aber danach würde sie in einen großen Eimer viel heißes Wasser gießen und sich waschen. Und alles wäre wie vorher.

Mir ist das nie passiert, aber ich hoffe, dass ich mit so einer Situation ähnlich stark umgehen könnte.

Geht´s noch?

Mit Abdruck dieses Artikels begibt sich die Berliner Zeitung auf unterstes Bild-Zeitungs-Niveau. Werden solche Artikel eigentlich nicht gegengelesen?

Ich wünsche mir eine Entschuldigung und Rückkehr zu qualitativ anspruchsvoller redaktioneller Arbeit!

P.S.:Auf die  abstrusen Ratschläge, wie frau mit sexuellen Belästigungen umgehen soll und die unerträglichen Seitenhiebe auf Emanzen mit Damenbart möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen.

(Alle Zitate, bei denen keine Quelle angegeben ist, sind dem Artikel von Regine Sylvester in der Berliner Zeitung entnommen)

Unter folgender Mail-Adresse können bei der Berliner Zeitung mit dem Betreff „Die Macht der Frauen“ Meinungen zum Artikel abgegeben werden: leserbriefe@berliner-zeitung.de

Tipp für in Berlin Wohnende

Neulich hab ich dieses Plakat auf der Straße entdeckt. Vielleicht hat ja die Eine oder der Andere Lust, da hinzukommen und mensch sieht sich im Fidél (Pfarrstr. 121) am Sonntag, 28.05.2011 um 20:15 Uhr. 😉

„Schwerelos“
(No Gravity)
Dokumentarischer Essay, Deutschland 2011
Buch und Regie: Silvia Casalino
Kamera: Siri Klug
Schnitt: Elfe Brandenburger
Musik: Kelli Rudick
Ton: Johanna Herr
Mischung: Martin Ehlers-Falkenberg
Produzenten: Inka Dewitz, Michael Bogar
Produktion: Perfect Shot Films im Auftrag von ZDF/Das kleine Fernsehspiel
Redaktion: Burkhard Althoff
Länge: 60 Min.

Weltraumtechnikerin Silvia Casalino träumt davon ins All zu fliegen. Sie unternimmt eine ungewöhnliche filmische Reise zu den Heldinnen der weiblichen Raumfahrt und der Cyborg-Kultur und ihr Traum wird wahr. Ein persönlicher Film, der gleichzeitig von der Geschichte der Frauen im All und vom Verhältnis von Gender und Technologie erzählt.
Seit ihrer frühen Kindheit träumt Silvia Casalino davon Astronautin zu werden. Sie studiert Weltraumtechnik und beginnt für die französische Weltraumagentur CNES zu arbeiten. Sie ist überzeugt, die technologische Welt mit ihren subkulturellen und queer-feministischen Interessen beeinflussen zu können.
Aber dann muss sie feststellen, dass sie sich nach und nach in den Prototypen eines perfekten, leistungsfähigen und straighten Wissenschaftlers verwandelt, der vorgibt männlich zu sein. Als dann auch noch ihre Bewerbung für das von der European Space Agency ausgeschriebene Astronauten-Trainings-Programm abgelehnt wird, beginnt sie eine Forschungsreise zu den Ikonen weiblicher Raumfahrt und in die Cyborg-Kultur.
Die feministische Philosophin Donna Haraway wird zur Mentorin und Wegweiserin dieser Reise. Durch die von Haraway entworfene Figur des Cyborgs beginnt Silvia Casalino zu verstehen, warum es nur so wenige Frauen ins Weltall geschafft haben. Casalinos Recherchen führen sie zu Françoise Bories, die als erste Raumfahrttechnikerin in Französisch Guyana auf der Weltraumstation Kourou arbeitete.
Sie trifft Gene Nora Jessen, die in den 1960er Jahren zu den „Mercury 13“ gehörte, 13 Frauen, die in einem inoffiziellen Forschungsprogramm auf den Flug zum Mond vorbereitet wurden, den dann aber nur Männer antraten. In Moskau besucht sie Dr. Adilia Kotovskaya, die 1963 die erste Frau im All, Valentina Tereshkova, medizinisch betreute. Sie begegnet Claudie Haigneré, die als bisher einzige europäische Astronautin von den Glücksgefühlen im Weltraum erzählt und trainiert mit der Astronautin Samantha Cristoforetti, die in drei bis fünf Jahren ins All starten soll, bei der European Space Agency in Köln.
Mae Carol Jemison schließlich, die erste afro-amerikanische Frau, die an einer Weltraummission teilnahm, berichtet von rassistischen Vorurteilen bei der Auswahl von Astronauten und der Bedeutung, die die amerikanische TV-Serie „Star-Trek“ für sie hatte und wie diese ihr half, für sich eine Brücke zwischen Realität und Fiktion zu schlagen. Und auch Silvia Casalinos Traum wird letztendlich wahr. Sie fliegt mit einem fiktionalen Raumschiff und der Hoffnung ins All, dass der erste Fußabdruck auf dem Mars der einer Frau sein wird.

Silvia Casalino wurde 1971 in Savigliano, Italien, geboren und arbeitet als Weltraumtechnikerin für die französische Weltraumagentur CNES in Paris. Nebenher kuratierte sie für Filmfestivals, arbeitete als DJ und Regieassistentin. Während eines Stipendienaufenthalts beim Institute for Cultural Inquiry in Berlin entwickelte sie die Idee zu „Schwerelos“ und bewarb sich damit bei der Online-Ausschreibung „Bodybits“ des Kleinen Fernsehspiels. „Schwerelos“ ist ihre erste eigene Regiearbeit.
Quelle + Trailer

Fluchtwege nach Europa öffnen – Flüchtlinge aufnehmen!

Beim Schwarzen Blog habe ich von folgender Aktion von Pro Asyl gelesen, die meiner Meinung nach unbedingt unterstützt werden muss.

In der Abwehr von Flüchtlingen haben die europäischen Staaten jahrelang mit dem Diktator Gaddafi schamlos zusammengearbeitet. Jetzt sind Tausende Menschen auf der Flucht – die Situation spitzt sich dramatisch zu. Die Bundesregierung muss umgehend handeln!

Unterstützen Sie unsere E-Mail-Aktion „Fluchtwege nach Europa öffnen – Flüchtlinge aufnehmen!“ an die Bundeskanzlerin Angela Merkel!

Europäischer Sondergipfel zu Libyen am 11. März 2011!

Liebe Freundinnen und Freunde von PRO ASYL,

seit dem 20. Februar überquerten mehr als 200.000 Flüchtlinge und Migranten aus Libyen die Grenzen nach Tunesien und Ägypten. Täglich kommen Tausende hinzu. Die Situation spitzt sich zu. Schwer bewaffnete Gaddafi-Truppen kontrollieren die Grenze – die Flucht aus Libyen ist lebensgefährlich. Am 11. März treffen sich die EU-Regierungen zu einem Sondergipfel zu Libyen. PRO ASYL und medico international wenden sich in einem gemeinsamen Appell an die Bundeskanzlerin.

Unterstützen Sie unseren Appell an die Bundeskanzlerin Angela Merkel!

PRO ASYL und medico international sind in großer Sorge um die in Libyen gestrandeten Flüchtlinge aus Eritrea, Somalia, Tschad und anderswo. Sie stehen nun zwischen allen Fronten. Antonio Guterres, der UN-Flüchtlingskommissar, forderte die Evakuierung und Aufnahme dieser schutzlosen Menschen. Die EU muss die Flüchtlinge retten und in Europa aufnehmen.

Fordern Sie persönlich die Bundesregierung mit unserer E-Mail-Aktion „Fluchtwege nach Europa öffnen – Flüchtlinge aufnehmen!“ zum Handeln auf.

Wir fordern:

  • dass die über 11.000 von UNHCR in Libyen registrierten Flüchtlinge gerettet, evakuiert und in Europa aufgenommen werden – ein Teil auch in Deutschland,
  • dass zügig eine solidarische und menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen in Europa organisiert wird. Keinesfalls dürfen Flüchtlingsboote auf dem Meer zurückgewiesen oder abgedrängt werden,
  • dass Tunesien und Ägypten jede erdenkliche Hilfe erhalten.

Hinweis: Auf unserer Facebook-Seite bleiben Sie über die PRO ASYL-Aktion informiert und können Ihre Freunde zum Mitmachen einladen!

Ikea macht den Unterschied

Januar 29, 2011 6 Kommentare

Da vor kurzem in unserer Nähe ein neues Ikea-Haus seine Pforten öffnete, nutzten wir die Gunst eines freien Tages und statteten diesem einen Besuch ab – nicht ganz ohne konsumorientierte Hintergedanken natürlich. Wir waren etwas zu früh dran und nur das hauseigene Restaurant hatte geöffnet. Der Entschluss, das kostengünstige Frühstück zu geniessen, war schnell gefasst. Im Folgenden kam es zu zwei bemerkenswerten Begebenheiten, die ich hier kurz schildern möchte.
Zunächst wurde ich in der Schlange an der Kasse Zeuge eines Dialoges zweier älterer Menschen, von denen zumindestens er anscheinend das erste Mal bei Ikea war:

Er: „Und wie ist das denn nun mit Kaffee? Bekomme ich dann nen Chip – oder was?“
Sie: „Du nimmst einfach deine Tasse und kannst sie so oft nachfüllen, wie du möchtest.“
Er: „Oh – das ist ja wie im Sozialismus… das ist ja wie im Kommunismus!“

Das zweite Ereignis war der Toilettengang, bei dem der kleine aber feine Unterschied zwischen einem deutschen und einem schwedischen Kaufhaus deutlich wurde – aber seht selbst:

 

Danke Ikea!

Nein – ich bekomme keine Provision vom Ikea-Konzern und eigentlich finde ich es traurig, dass bei allen öffentlichen Toiletten, die ich kenne, nur ersteres Schild die Norm ist.

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RTL erklärt Gender-Mainstreaming

Danke an Lemmy fürs Draufaufmerksammachen!

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