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Der Bechdel-Test

Wie bereits erwähnt, gibt es einen „Bechdel-Test” für Filme. 1985 „erfand” ihn Alison Bechdel, Zeichnerin des Comics Dykes to Watch Out For. In dem Comic erklärte ein Charakter, sie schaue nur Filme, die die folgenden drei Kriterien erfüllen:

  1. Mindestens zwei Frauen kommen in dem Film vor
  2. Sie reden auch miteinander
  3. über ein anderes Thema als einen Mann

Auch wenn es relativ einfach klingt – nur die wenigsten Filme bestehen den Test. Anita Sarkeesian von Feminist Frequency demonstriert das sehr anschaulich und verlinkt noch ein paar interessante Texte und Webseiten.

Vielen Dank an Helga für den Artikel 🙂

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Alle Anderen (2009)

März 9, 2010 1 Kommentar

Alle Anderen
Drama
Deutschland 2009
Laufzeit: 124 Minuten
Kinostart: 18.06.2009
FSK: Ab 12
Verleih: Prokino
* Regie: Maren Ade
* Drehbuch: Maren Ade
* SchauspielerInnen:
Birgit Minichmayr als Gitti
Lars Eidinger als Chris

Handlung:
Das Paar Gitti (Birgit Minichmayr) und Chris (Lars Eidinger) verbringt einen gemeinsamen Urlaub auf Sardinien. Die PR-Beraterin und der Architekt haben aber unterschiedliche Vorstellungen von der Reise und auch vom Leben. Die offene Gitti, die sich Kinder wünscht, liebt ihren Freund sehr – und zeigt das auch. Der verschlossene Chris, der am Sinn seiner Arbeit zweifelt und unter seiner beruflichen Erfolglosigkeit leidet, reagiert oft gereizt auf die Lockerheit seiner Freundin. Doch sie schlagen sich so durch, vor allem Gitti versucht sich anzupassen. Als die beiden ein befreundetes Pärchen (Hans-Jochen Wagner, Nicole Marischka) treffen, gerät die Beziehung ins Wanken.

Meine Kritk:
Dieser Film handelt von zwei Menschen, die nicht zueinanderpassen und trotzdem eine „Beziehung haben“.
Er ist Architekt und vom Leben und seinen eigenen Gefühlen mehr als distanziert. Sie steht mittendrin, „ist bei Universal“ und nervt streckenweise mit ihrer Überdrehtheit. Sie will ihn, er weiss es nicht genau. Während sie ständig auf der Suche nach ihm ist, sucht er immer nur sich selbst. Sie folgt ihm auf Schritt und Tritt und wenn dies nicht möglich ist, wird sie depressiv. Er ist in seiner Angepasstheit und seiner langweiligen und klischeehaft männlichen Suche nach sich selbst einfach nur abstossend. Obwohl die weibliche Hauptperson als sehr selbstbewusst gezeichnet wird, bleibt die Rebellion aus, auf die wir die ganze Zeit hoffen.
Der Streifen hat einige starke Szenen, die ausnahmslos von Birgit Minichmayr gespielt werden. Ihre Darstellung der Gitti ist das Highlight des Films.
Die teilweise in Klischees abrutschende Darstellung der „kleinen Unterschiede“ zwischen Mann und Frau lassen allerdings nur einen heteronormativen Blick auf Paarbeziehung zu – langweilig! Aber so ist wohl das Liebesleben in der gehobenen Mitte unserer Gesellschaft. Leider bietet uns Maren Ade keinen Ausweg, aber das will sie auch garnicht: „Ich wollte einen Film machen über das verworrene, einzigartige Gebilde, das zwei Menschen ergeben, wenn sie eine Liebesbeziehung führen. Die Hauptfigur sollte ein Paar sein und keine einzelne Person.“ Das hat sie bedingt geschafft – bleibt zu hoffen, dass das Publikum ein paar Schritte weiterdenkt…

Bewertung : **— (die zwei Sternchen für die schauspielerische Leistung von Frau Minichmayr)

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