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Wer lebt mit wem, warum und wie?

Vom 25.7. – 1.8. 2010 findet auf der Burg Lutter ein Sommercamp statt.

Herrschaftskritisches Sommercamp zum Thema Solidarität und Verantwortung – Familie und (Anti)Kapitalismus – Elternschaft und Szene – Dekonstruktion der bürgerlichen heteronormativen Kleinfamilie – Aufstand – Abschaffung von Erziehung – sozialrevolutionäre/anarchistische Umwälzung

Uns ist es wichtig, die Themen „Kind“, Zusammenleben und persönliche Verantwortlichkeiten explizit aus dem privaten Raum zu holen und aus einer herrschaftskritischen Perspektive zu betrachten. Auch wenn wir beeinflusst und bestimmt sind von den Zuständen, können wir dazu beitragen sie zu ändern. Mit dem Thema „Kind“ werden oft Begriffe wie „Kleinfamilie“, „privates Glück“, „Abkapselung“ und konservative Werte verbunden. Durch gesellschaftliche Normen wird in engen Schubladen darüber gedacht, wie „Kind“, „Vater“, „Mutter“… sind und zu funktionieren haben.

Denn wirklich wird sich nur was ändern, wenn sich alles ändert…

Welche strukturellen Zwänge ergeben sich aus Patriarchat, Kapitalismus und ihren staatlichen Institutionen und wie können wir diese überwinden? Wo sehen wir Wege aus dem Desaster der Zwangsgesellschaft samt Knästen und dem Prinzip Strafe? Die Wut auf die bestehenden Verhältnisse braucht ihren Ausdruck. Rebellion, Revolten und Aufstände, verbunden mit der Chance auf gesamtgesellschaftliche Veränderungen, haben soziale Gründe. Diese wollen wir verstehen, wir sind Teil davon, (auch) in unserem Alltag. In der Szene sind wir auch nicht frei von Diskriminierungsmechanismen. Unser Ziel ist eine politische Bewegung, die grundsätzlich offen ist für alle Menschen unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht, Bildung, „Behinderungen“, usw. Wie können wir uns im Alltag organisieren, z.B. in WG’s, auf Plena, bei Aktionen usw., damit junge Menschen und ihre Bezugspersonen selbstverständlicher teilhaben können?

Das Private ist politisch, der Aufstand (auch) alltäglich!

Wie kann das ganz konkret aussehen? Wie können wir aus einem solidarischen Grundverständnis heraus gemeinsam Verantwortung füreinander übernehmen? Was ist ein geeigneter Rahmen, um Alternativen zur herrschenden Ordnung zu schaffen und wie können wir den (täglichen) Aufstand organisieren?

Wir wollen die Umstände angreifen und gleichzeitig Räume schaffen, wo ein bewusster und sensibler Umgang mit Privilegien stattfindet. Nur so können wir Rassismen und andere Formen von Diskriminierung erkennen und an ihrer Abschaffung arbeiten. Es ist uns wichtig Geschlechterrollen aufzulösen, indem wir Wege abseits von Heteronormativität und Paarbeziehung gehen und einen gendersensiblen Umgang finden. Auch die Auseinandersetzung mit den Machtstrukturen der „Erwachsenen“ gegenüber den „Kindern“ ist notwendig, um sich auf gleicher Augenhöhe begegnen zu können. Aufgrund dieser Zwänge wollen wir die Diskussion um Antipädagogik und freier Bildung aufgreifen.

Los gehts!

Wir wünschen uns spannende Diskussionen, Theorie und Praxis, eine Menge Kontakte und neue Netzwerke. Einige Themen sind schon in Vorbereitung, aber das Camp lebt durch euch und eure Ideen, die ihr einbringt, vorher und während des Camps: anhand von Workshops, Diskussionsvorschlägen oder der täglichen Camporganisation. Wir sind gespannt auf euren Input und freuen uns auf euch.

Alles weitere könnt Ihr hier erfahren.

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Für Lemmy

Mai 25, 2010 1 Kommentar

Leo Ferré: Les Anarchistes

Deutscher Text von der Seite http://www.leoferre.de/texte.html

Unter Hundert ist nicht einer von ihnen und dennoch, es gibt sie
Die meisten Spanier, die wissen wollten, weshalb
man annehmen sollte, daß man sie in Spanien nicht versteht
Die Anarchisten
Sie haben alles eingesammelt
Ohrfeigen und Pflastersteine
Sie haben so sehr gemault
Daß sie noch immer maulen können
Sie stehen volles Herz voraus
Mit ihren darin verankerten Träumen
Und der von abgedrehten Ideen
Schon zernagten Seele
Unter Hundert ist nicht einer von ihnen und dennoch, es gibt sie
Die meisten unerkannt oder vielleicht doch ein wenig
Die man niemals sieht, außer wenn man Angst vor ihnen hat
Die Anarchisten
Sie sind hunderttausendfach gestorben
Umsonst und weshalb?
Mit der Faust voller Liebe
Auf den Tisch oder in die Luft
Mit dem Ausdruck Geköpfter
Der das Blut spritzen läßt
Haben sie so sehr draufgehauen
Daß sie noch immer draufhauen können
Unter Hundert ist nicht einer von ihnen und dennoch, es gibt sie
Und wenn es denn mit Arschtritten losgehen soll
Sollte nicht vergessen werden, daß sie auf die Straße gehen
Die Anarchisten
Sie haben eine schwarze Fahne
für die Hoffnung, auf Halbmast
Und die Melancholie
Um durchs Leben zu treiben
Messer um das Brot der
Freundschaft zu teilen
Und nicht zu vergessen:
Verrostete Waffen
Unter Hundert ist nicht einer von ihnen und dennoch, es gibt sie
Und sie halten sich gut, so untergehakt
Joyeux, und deshalb sind sie immer aufrecht
Die Anarchisten

traduction Erich Meier

gefunden bei Konstantin Wecker

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