Tipp für in Berlin Wohnende

Neulich hab ich dieses Plakat auf der Straße entdeckt. Vielleicht hat ja die Eine oder der Andere Lust, da hinzukommen und mensch sieht sich im Fidél (Pfarrstr. 121) am Sonntag, 28.05.2011 um 20:15 Uhr. 😉

„Schwerelos“
(No Gravity)
Dokumentarischer Essay, Deutschland 2011
Buch und Regie: Silvia Casalino
Kamera: Siri Klug
Schnitt: Elfe Brandenburger
Musik: Kelli Rudick
Ton: Johanna Herr
Mischung: Martin Ehlers-Falkenberg
Produzenten: Inka Dewitz, Michael Bogar
Produktion: Perfect Shot Films im Auftrag von ZDF/Das kleine Fernsehspiel
Redaktion: Burkhard Althoff
Länge: 60 Min.

Weltraumtechnikerin Silvia Casalino träumt davon ins All zu fliegen. Sie unternimmt eine ungewöhnliche filmische Reise zu den Heldinnen der weiblichen Raumfahrt und der Cyborg-Kultur und ihr Traum wird wahr. Ein persönlicher Film, der gleichzeitig von der Geschichte der Frauen im All und vom Verhältnis von Gender und Technologie erzählt.
Seit ihrer frühen Kindheit träumt Silvia Casalino davon Astronautin zu werden. Sie studiert Weltraumtechnik und beginnt für die französische Weltraumagentur CNES zu arbeiten. Sie ist überzeugt, die technologische Welt mit ihren subkulturellen und queer-feministischen Interessen beeinflussen zu können.
Aber dann muss sie feststellen, dass sie sich nach und nach in den Prototypen eines perfekten, leistungsfähigen und straighten Wissenschaftlers verwandelt, der vorgibt männlich zu sein. Als dann auch noch ihre Bewerbung für das von der European Space Agency ausgeschriebene Astronauten-Trainings-Programm abgelehnt wird, beginnt sie eine Forschungsreise zu den Ikonen weiblicher Raumfahrt und in die Cyborg-Kultur.
Die feministische Philosophin Donna Haraway wird zur Mentorin und Wegweiserin dieser Reise. Durch die von Haraway entworfene Figur des Cyborgs beginnt Silvia Casalino zu verstehen, warum es nur so wenige Frauen ins Weltall geschafft haben. Casalinos Recherchen führen sie zu Françoise Bories, die als erste Raumfahrttechnikerin in Französisch Guyana auf der Weltraumstation Kourou arbeitete.
Sie trifft Gene Nora Jessen, die in den 1960er Jahren zu den „Mercury 13“ gehörte, 13 Frauen, die in einem inoffiziellen Forschungsprogramm auf den Flug zum Mond vorbereitet wurden, den dann aber nur Männer antraten. In Moskau besucht sie Dr. Adilia Kotovskaya, die 1963 die erste Frau im All, Valentina Tereshkova, medizinisch betreute. Sie begegnet Claudie Haigneré, die als bisher einzige europäische Astronautin von den Glücksgefühlen im Weltraum erzählt und trainiert mit der Astronautin Samantha Cristoforetti, die in drei bis fünf Jahren ins All starten soll, bei der European Space Agency in Köln.
Mae Carol Jemison schließlich, die erste afro-amerikanische Frau, die an einer Weltraummission teilnahm, berichtet von rassistischen Vorurteilen bei der Auswahl von Astronauten und der Bedeutung, die die amerikanische TV-Serie „Star-Trek“ für sie hatte und wie diese ihr half, für sich eine Brücke zwischen Realität und Fiktion zu schlagen. Und auch Silvia Casalinos Traum wird letztendlich wahr. Sie fliegt mit einem fiktionalen Raumschiff und der Hoffnung ins All, dass der erste Fußabdruck auf dem Mars der einer Frau sein wird.

Silvia Casalino wurde 1971 in Savigliano, Italien, geboren und arbeitet als Weltraumtechnikerin für die französische Weltraumagentur CNES in Paris. Nebenher kuratierte sie für Filmfestivals, arbeitete als DJ und Regieassistentin. Während eines Stipendienaufenthalts beim Institute for Cultural Inquiry in Berlin entwickelte sie die Idee zu „Schwerelos“ und bewarb sich damit bei der Online-Ausschreibung „Bodybits“ des Kleinen Fernsehspiels. „Schwerelos“ ist ihre erste eigene Regiearbeit.
Quelle + Trailer

Advertisements

Jako-o oh oh oh

März 20, 2011 8 Kommentare

Neulich las ich bei dieStandard.at über die Beeinflussung von Eltern auf das stereotype Verhalten ihrer Kinder. Die Erkenntnisse aus den Studien von Christiane Spiel geben mir als Elternteil zu denken und Anregung zur Selbstreflexion. In dem Artikel werden allerdings mit keinem Wort die medialen Einflüsse  erwähnt, denen – auch gerade in Bezug auf Geschlechtsstereotype – Kinder (und Eltern) ausgesetzt sind. Sich mit diesen auseinandersetzen zu müssen und Kindern abseits des Gender-Mainstreams Identifikationsmöglichkeiten zu bieten, ist nicht immer leicht und manchmal aussichtslos, wie folgende (ganz unwissenschaftliche) Analyse eines Kataloges für Spielzeug und Kinderkleidung verdeutlicht.

Gleich auf den ersten Seiten wird klar, wer später pflegerische Aufgaben übernehmen und sich mit dem Nachwuchs beschäftigen wird. Die Bilder zum „Pflegeset Krümel“ zeigen es uns:

Wer ist wohl dafür zuständig, wenn „Krümel“ grösser wird?

Natürlich darf „Krümel“ das Haus auch mal verlassen:

oh… da darf dann auch mal der Puppenvati ran:

Aber bitte nur in Begleitung der Puppenmutti, falls mal was schief läuft (rechts oben im Bild)


Auf allen Puppenseiten des Kataloges ist tatsächlich nur dieser eine Junge zu sehen!

Hmmm… schauen wir mal, was uns auf den Seiten erwartet, die sich um Spielzeug drehen, das weitestgehend mit Haushaltsführung zu tun hat:

Und auch hier wieder das positive Beispiel des Quotenjungen:

Was soll eigentlich diese gelbe Schnecke bedeuten? Immer schön langsam mit neuen Geschlechterbildern? Oder:  Jungs/Männer sind einfach langsamer in der Hausarbeit, weil sie genetisch nicht dafür veranlagt sind?


Kommen wir zum Themenabschnitt „Abenteuer Wildnis“. Der bietet Platz, um Kinder zu zeigen, die die Natur erforschen und Abenteuer erleben. Und welches Kind will das nicht?

Mädchen anscheinend nicht … oh … doch …

… aber bitte erst, wenn der Junge das Werkzeug aus der Hand gibt:

 

Die Sportseiten sind ähnlich gestrickt. Auch hier finden wir nur ein Mädchen. Das darf aber wenigstens mal so richtig zuschlagen…

 

 

 

Last but not least beschäftigen wir uns mit den Seiten des Kataloges, die sich mit Technischem und Bauarbeiten befassen. Hier werden die vor_herr_schenden Geschlechterbilder am deutlichsten klar.

 

Auf diesen Seiten findet sich keine einzige Abbildung mit einem Mädchen!

Diese 21 Bilder zeigen uns ganz klar, wo sich Mädchen und Jungen in unserem (?) Rollenverständnis zu verorten haben. Eine Analyse der Modeseiten erspare ich Euch und mir an dieser Stelle. Auch der Hinweis auf die gegenderte Textsprache erübrigt sich.

 

Alle Bilder sind dem aktuellen Jako-o-Katalog entnommen.

 

Kategorien:Artikel Schlagwörter: , , , ,

Entlastung durch eine rein rationale Ausrichtung

Angst kann auch mittels einer rein intellektuellen Betrachtungsweise abgewehrt werden, in der alles belegbar, ableitbar und durch Definitionen geregelt ist. Auf diesem Wege wird eine relative Sicherheit erworben. Intellektuell kann eine solche Spezialisierung erzielt werden, dass einem auf diesem Gebiet so schnell keiner das Wasser reichen kann. Allerdings beschneidet dies den Gefühls­reichtum und damit die überraschenden und schönen Seiten des Lebens. Absicherung, so dass einem kaum jemand etwas anhaben kann, macht ein­sam. Unsere westeuropäische und nordamerikanische Zivilisation hat diesem Schutzmuster zu hohem gesellschaftlichen Ansehen verholfen, so dass es nicht immer leicht ist, zwischen wirklichen Verstandesleistungen und einer „Flucht in den Kopf“ zu unterscheiden.

Eine derartig übersteigerte intellektuelle Ausrichtung zeigt, dass der eigentliche Boden von Geborgenheit und wirklicher Sicherheit in unse­rer Lebenswelt zu kurz kommt. Vertrauen in zwischenmenschliche Gemeinschaften und in den Prozess des Lebens, begleitet von „wissen­den“ Körpersignalen und Gefühlen sind wieder zu entdecken und zu ver­tiefen.

Diesen Text fand ich bei der Lektüre von „Jugendliche begleiten und beraten“ von Inghard und Stefan Langer

Fluchtwege nach Europa öffnen – Flüchtlinge aufnehmen!

Beim Schwarzen Blog habe ich von folgender Aktion von Pro Asyl gelesen, die meiner Meinung nach unbedingt unterstützt werden muss.

In der Abwehr von Flüchtlingen haben die europäischen Staaten jahrelang mit dem Diktator Gaddafi schamlos zusammengearbeitet. Jetzt sind Tausende Menschen auf der Flucht – die Situation spitzt sich dramatisch zu. Die Bundesregierung muss umgehend handeln!

Unterstützen Sie unsere E-Mail-Aktion „Fluchtwege nach Europa öffnen – Flüchtlinge aufnehmen!“ an die Bundeskanzlerin Angela Merkel!

Europäischer Sondergipfel zu Libyen am 11. März 2011!

Liebe Freundinnen und Freunde von PRO ASYL,

seit dem 20. Februar überquerten mehr als 200.000 Flüchtlinge und Migranten aus Libyen die Grenzen nach Tunesien und Ägypten. Täglich kommen Tausende hinzu. Die Situation spitzt sich zu. Schwer bewaffnete Gaddafi-Truppen kontrollieren die Grenze – die Flucht aus Libyen ist lebensgefährlich. Am 11. März treffen sich die EU-Regierungen zu einem Sondergipfel zu Libyen. PRO ASYL und medico international wenden sich in einem gemeinsamen Appell an die Bundeskanzlerin.

Unterstützen Sie unseren Appell an die Bundeskanzlerin Angela Merkel!

PRO ASYL und medico international sind in großer Sorge um die in Libyen gestrandeten Flüchtlinge aus Eritrea, Somalia, Tschad und anderswo. Sie stehen nun zwischen allen Fronten. Antonio Guterres, der UN-Flüchtlingskommissar, forderte die Evakuierung und Aufnahme dieser schutzlosen Menschen. Die EU muss die Flüchtlinge retten und in Europa aufnehmen.

Fordern Sie persönlich die Bundesregierung mit unserer E-Mail-Aktion „Fluchtwege nach Europa öffnen – Flüchtlinge aufnehmen!“ zum Handeln auf.

Wir fordern:

  • dass die über 11.000 von UNHCR in Libyen registrierten Flüchtlinge gerettet, evakuiert und in Europa aufgenommen werden – ein Teil auch in Deutschland,
  • dass zügig eine solidarische und menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen in Europa organisiert wird. Keinesfalls dürfen Flüchtlingsboote auf dem Meer zurückgewiesen oder abgedrängt werden,
  • dass Tunesien und Ägypten jede erdenkliche Hilfe erhalten.

Hinweis: Auf unserer Facebook-Seite bleiben Sie über die PRO ASYL-Aktion informiert und können Ihre Freunde zum Mitmachen einladen!

Wofür ist eigentlich dieses Diskettenlaufwerk gut?

gefunden bei golem.de

Kategorien:Artikel Schlagwörter: , , , ,

Montagmorgen

Januar 31, 2011 2 Kommentare

Kategorien:Artikel Schlagwörter: ,

Ikea macht den Unterschied

Januar 29, 2011 6 Kommentare

Da vor kurzem in unserer Nähe ein neues Ikea-Haus seine Pforten öffnete, nutzten wir die Gunst eines freien Tages und statteten diesem einen Besuch ab – nicht ganz ohne konsumorientierte Hintergedanken natürlich. Wir waren etwas zu früh dran und nur das hauseigene Restaurant hatte geöffnet. Der Entschluss, das kostengünstige Frühstück zu geniessen, war schnell gefasst. Im Folgenden kam es zu zwei bemerkenswerten Begebenheiten, die ich hier kurz schildern möchte.
Zunächst wurde ich in der Schlange an der Kasse Zeuge eines Dialoges zweier älterer Menschen, von denen zumindestens er anscheinend das erste Mal bei Ikea war:

Er: „Und wie ist das denn nun mit Kaffee? Bekomme ich dann nen Chip – oder was?“
Sie: „Du nimmst einfach deine Tasse und kannst sie so oft nachfüllen, wie du möchtest.“
Er: „Oh – das ist ja wie im Sozialismus… das ist ja wie im Kommunismus!“

Das zweite Ereignis war der Toilettengang, bei dem der kleine aber feine Unterschied zwischen einem deutschen und einem schwedischen Kaufhaus deutlich wurde – aber seht selbst:

 

Danke Ikea!

Nein – ich bekomme keine Provision vom Ikea-Konzern und eigentlich finde ich es traurig, dass bei allen öffentlichen Toiletten, die ich kenne, nur ersteres Schild die Norm ist.

Kategorien:Artikel Schlagwörter: , , , ,