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Schlosspark Theater – die Fortsetzung

 

 

Vorsicht – folgender Text enthält explizite Abbildungen und ironische Passagen!

 

 

Da steige ich neulich am Herrmannplatz in Neukölln aus der U7, geh die Treppen hoch und mein Blick fällt auf diese bildliche Darstellung ähm… von was eigentlich? Beim näheren Hinsehen stelle ich nicht nur fest, dass die Frau auf dem Bild tatsächlich komplett nackt ist, es handelt sich hier auch nicht um das neue Spiegelcover, das mich zu provozieren sucht. Nein – verantwortlich zeichnet sich hier das allseits bekannte Schlosspark Theater Berlin, welches sich in den letzten Wochen ja schon mit anderen Ergüssen seines hochkulturellen Repertoirs hervor tat.

Nun, denke ich mir, da hat sich das Schlosspark Dingens diesmal das Thema Sexismus rausgepickt, um es, wie bei dem anderen Stück zum Thema Rassismus, tiefergehend zu behandeln.
Bei meiner Recherche zum titelgebenden Spiegel-Bestseller-Roman von Hans Rath muss ich auch nicht lange suchen. In der Anzeige eines grosses Bücherversandhauses werde ich fündig:

Kurzbeschreibung

Habe ich noch eine Affäre oder schon eine Beziehung? Kann ein Vollbart zwischen einem Mann und seiner wahren Liebe stehen? Und wie stoppe ich den ehrgeizigen Junior-Kollegen, der mit der Tochter des Chefs ins Bett geht? Paul sucht Antworten. Genau wie sein Verbündeter und Kollege Schamski, sein Freund Günther und der arbeitslose Künstler und Chauffeur Bronko. Die drei ziehen nach verschiedenen persönlichen Katastrophen bei Paul ein. Ab sofort schwinden dessen Weinvorräte rapide, dafür ist nachts schon mal eine nackte Sekretärin in der Küche anzutreffen …

Der Verlag über das Buch

Interview mit Hans Rath

Affäre, Beziehung, große Liebe – wer blickt da schon durch? Paul, der Held des Romans „Man tut, was man kann“, jedenfalls nicht. Im Amazon.de-Interview verrät uns Autor Hans Rath u. a., was man durch Sex über sich selbst erfahren kann, wie Männer am liebsten Beziehungsfrust sublimieren und warum man eigentlich nie aufs „nächste Mal“ vorbereitet ist.

Frage: Paul trifft Kathrin, sie haben Spaß miteinander, gehen ins Bett – eigentlich eine einfache Kiste. Was ist dann Pauls Problem?

Hans Rath: Paul hat wahrscheinlich eine Grundregel menschlicher Beziehungen erkannt, die da lautet: Sex allein ist eigentlich nie das Problem; aber meistens fangen alle Probleme damit an.

Frage: Kathrin will nach dem Sex wissen, was Paul denkt – der will nur weg. Sind beide die männlichen und weiblichen Beziehungsarchetypen?

Hans Rath: Spielt das eine Rolle? Selbst wenn wir haarklein analysieren und verstehen könnten, wie die Liebe funktioniert, stünden wir beim nächsten Mal ja doch wieder wie der Ochs vorm Berg.

Frage: Sex – so erfährt man von Paul, „hat eine Menge mit einem selbst zu tun“. Was vermittelt uns diese Weisheit über Paul?

Hans Rath: Paul sagt es zu einem Teenager, und für dieses Alter stimmt der Satz. Später spalten wir viele Dinge von uns ab. Berufe, Beziehungen, ganze Lebensentwürfe haben oft nichts mehr mit den Menschen zu tun, die sie ausfüllen. Sex ist aber ein Indikator. Bevor Leute merken, dass sie kreuzunglücklich sind, stellen sie oft fest, dass es im Bett nicht mehr so gut läuft.

Frage: Sex, eine Affäre, eine Beziehung – das ist Pauls Modell einer Stufenrakete, wenn es darum geht, über sein Verhältnis zu Frauen zu grübeln. Wie weit kommt er innerhalb dieser Hierarchie?

Hans Rath: Es reicht nicht zu einer Beziehung, aber eine Affäre bringt Paul durchaus zustande – zumindest nach seiner eigenen Klassifikation. Sein System ist der Versuch, die Kontrolle zu behalten – was in der Liebe ja bekanntlich ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen ist.

Frage: Eher unfreiwillig wird Pauls Wohnung zu einer Männer-WG, in der sich Verlassene, Ausgestoßene und Frustrierte treffen – während die Frauen irgendwie ihren Weg gehen. Sind einmal mehr die XY-Chromosomenträger die Verlierer?

Hans Rath: Gewinnen und Verlieren sind in Herzensangelegenheiten relative Größen. Ich glaube, nirgendwo sonst werden so viele Pyrrhus-Siege gefeiert wie im Lotterbett und vor dem Traualtar.

Frage: Dr. Paul Schuberth hat auch noch einen Beruf, ist Personalverantwortlicher in einem großen Unternehmen. Ist das der Ort, um beziehungstechnische Frustrationen zu sublimieren?

Hans Rath: Unter all jenen Dingen, mit denen beziehungstechnischer Frust sublimiert werden kann, hat der Job bei Männern nach meiner Vermutung einen der vorderen Plätze. Alkohol, Autos, Sport und Vereine würde ich ebenfalls unter den Top Five vermuten.

Die Fragen stellte Henrik Flor, Literaturtest.

Quelle: http://www.amazon.de/Man-tut-was-man-kann/dp/3805208707

Aha …

Sexistischer Kackscheiss!

(Warum habe ich eigentlich nie diese grossen Klebebanner dabei, wenn ich sie brauche?)

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  1. Mark Schmidt
    Februar 20, 2012 um 12:25 pm

    … und das Bühnenstück ist exakt so wie seine Plakatierung: mies.
    Nein, eigentlich sogar noch schlechter.

    Das Buch mag sein wie es ist, die Inszenierung ist jedenfalls grottig.
    Empfand der Rest des Saales, mit Ausnahme der Entourage aller Aufführungsbeteiligter, übrigens ähnlich…

  2. März 1, 2012 um 3:31 pm

    Was genau findest du da sexistisch? Die Darstellung der Geschlechter? Nackte Frauen an sich? Sex?

    • März 1, 2012 um 11:41 pm

      Was genau an dem Artikel hast Du übersehen: Das Bild auf dem Plakat? Die beschreibung zum Buch? Das Interview mit dem Autor?

      • März 2, 2012 um 5:16 am

        Mich interessiert bei so etwas immer die Erklärung, warum etwas sexistisch ist. Eine nackte Frau muss ja zB nicht sexistisch sein. Wird sie hier besonders zum Objekt gemacht? Wäre jede Nacktheit bereits zu viel?
        Ebenso bei Bescheibung des Buches und dem Interview.
        Mit einer Erklärung, was eigentlich aus der jeweiligen Sicht des Autors sexistisch ist, erfährt man viel mehr darüber, wie er zu bestimmten Punkten steht und was ihn eigentlich genau stört.

        Es ist der Unterschied zwischen „Schmeckt gut“ und „Die Kombination der bitteren Schokolade mit dem süssen Marzipan lässt den jeweiligen Geschmack noch deutlicher werden und wird gerade durch diese Kombination besonders anregend“

  3. März 2, 2012 um 12:00 pm

    Ich werde Dir hier jetzt keine Einführung in Sexismus geben. Du beschäftigst Dich doch nicht seit heute mit Sexismus und seinen gesellschaftlichen Auswirkungen…
    Solltest Du trotzdem Klärungsbedarf haben, empfehle ich als Einstieg: http://de.wikipedia.org/wiki/Sexismus

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