Archiv

Archiv für März 2011

Jako-o oh oh oh

März 20, 2011 7 Kommentare

Neulich las ich bei dieStandard.at über die Beeinflussung von Eltern auf das stereotype Verhalten ihrer Kinder. Die Erkenntnisse aus den Studien von Christiane Spiel geben mir als Elternteil zu denken und Anregung zur Selbstreflexion. In dem Artikel werden allerdings mit keinem Wort die medialen Einflüsse  erwähnt, denen – auch gerade in Bezug auf Geschlechtsstereotype – Kinder (und Eltern) ausgesetzt sind. Sich mit diesen auseinandersetzen zu müssen und Kindern abseits des Gender-Mainstreams Identifikationsmöglichkeiten zu bieten, ist nicht immer leicht und manchmal aussichtslos, wie folgende (ganz unwissenschaftliche) Analyse eines Kataloges für Spielzeug und Kinderkleidung verdeutlicht.

Gleich auf den ersten Seiten wird klar, wer später pflegerische Aufgaben übernehmen und sich mit dem Nachwuchs beschäftigen wird. Die Bilder zum “Pflegeset Krümel” zeigen es uns:

Wer ist wohl dafür zuständig, wenn “Krümel” grösser wird?

Natürlich darf “Krümel” das Haus auch mal verlassen:

oh… da darf dann auch mal der Puppenvati ran:

Aber bitte nur in Begleitung der Puppenmutti, falls mal was schief läuft (rechts oben im Bild)


Auf allen Puppenseiten des Kataloges ist tatsächlich nur dieser eine Junge zu sehen!

Hmmm… schauen wir mal, was uns auf den Seiten erwartet, die sich um Spielzeug drehen, das weitestgehend mit Haushaltsführung zu tun hat:

Und auch hier wieder das positive Beispiel des Quotenjungen:

Was soll eigentlich diese gelbe Schnecke bedeuten? Immer schön langsam mit neuen Geschlechterbildern? Oder:  Jungs/Männer sind einfach langsamer in der Hausarbeit, weil sie genetisch nicht dafür veranlagt sind?


Kommen wir zum Themenabschnitt “Abenteuer Wildnis”. Der bietet Platz, um Kinder zu zeigen, die die Natur erforschen und Abenteuer erleben. Und welches Kind will das nicht?

Mädchen anscheinend nicht … oh … doch …

… aber bitte erst, wenn der Junge das Werkzeug aus der Hand gibt:

 

Die Sportseiten sind ähnlich gestrickt. Auch hier finden wir nur ein Mädchen. Das darf aber wenigstens mal so richtig zuschlagen…

 

 

 

Last but not least beschäftigen wir uns mit den Seiten des Kataloges, die sich mit Technischem und Bauarbeiten befassen. Hier werden die vor_herr_schenden Geschlechterbilder am deutlichsten klar.

 

Auf diesen Seiten findet sich keine einzige Abbildung mit einem Mädchen!

Diese 21 Bilder zeigen uns ganz klar, wo sich Mädchen und Jungen in unserem (?) Rollenverständnis zu verorten haben. Eine Analyse der Modeseiten erspare ich Euch und mir an dieser Stelle. Auch der Hinweis auf die gegenderte Textsprache erübrigt sich.

 

Alle Bilder sind dem aktuellen Jako-o-Katalog entnommen.

 

Kategorien:Artikel Schlagworte: , , , ,

Entlastung durch eine rein rationale Ausrichtung

Angst kann auch mittels einer rein intellektuellen Betrachtungsweise abgewehrt werden, in der alles belegbar, ableitbar und durch Definitionen geregelt ist. Auf diesem Wege wird eine relative Sicherheit erworben. Intellektuell kann eine solche Spezialisierung erzielt werden, dass einem auf diesem Gebiet so schnell keiner das Wasser reichen kann. Allerdings beschneidet dies den Gefühls­reichtum und damit die überraschenden und schönen Seiten des Lebens. Absicherung, so dass einem kaum jemand etwas anhaben kann, macht ein­sam. Unsere westeuropäische und nordamerikanische Zivilisation hat diesem Schutzmuster zu hohem gesellschaftlichen Ansehen verholfen, so dass es nicht immer leicht ist, zwischen wirklichen Verstandesleistungen und einer „Flucht in den Kopf” zu unterscheiden.

Eine derartig übersteigerte intellektuelle Ausrichtung zeigt, dass der eigentliche Boden von Geborgenheit und wirklicher Sicherheit in unse­rer Lebenswelt zu kurz kommt. Vertrauen in zwischenmenschliche Gemeinschaften und in den Prozess des Lebens, begleitet von „wissen­den” Körpersignalen und Gefühlen sind wieder zu entdecken und zu ver­tiefen.

Diesen Text fand ich bei der Lektüre von “Jugendliche begleiten und beraten” von Inghard und Stefan Langer

Fluchtwege nach Europa öffnen – Flüchtlinge aufnehmen!

Beim Schwarzen Blog habe ich von folgender Aktion von Pro Asyl gelesen, die meiner Meinung nach unbedingt unterstützt werden muss.

In der Abwehr von Flüchtlingen haben die europäischen Staaten jahrelang mit dem Diktator Gaddafi schamlos zusammengearbeitet. Jetzt sind Tausende Menschen auf der Flucht – die Situation spitzt sich dramatisch zu. Die Bundesregierung muss umgehend handeln!

Unterstützen Sie unsere E-Mail-Aktion „Fluchtwege nach Europa öffnen – Flüchtlinge aufnehmen!“ an die Bundeskanzlerin Angela Merkel!

Europäischer Sondergipfel zu Libyen am 11. März 2011!

Liebe Freundinnen und Freunde von PRO ASYL,

seit dem 20. Februar überquerten mehr als 200.000 Flüchtlinge und Migranten aus Libyen die Grenzen nach Tunesien und Ägypten. Täglich kommen Tausende hinzu. Die Situation spitzt sich zu. Schwer bewaffnete Gaddafi-Truppen kontrollieren die Grenze – die Flucht aus Libyen ist lebensgefährlich. Am 11. März treffen sich die EU-Regierungen zu einem Sondergipfel zu Libyen. PRO ASYL und medico international wenden sich in einem gemeinsamen Appell an die Bundeskanzlerin.

Unterstützen Sie unseren Appell an die Bundeskanzlerin Angela Merkel!

PRO ASYL und medico international sind in großer Sorge um die in Libyen gestrandeten Flüchtlinge aus Eritrea, Somalia, Tschad und anderswo. Sie stehen nun zwischen allen Fronten. Antonio Guterres, der UN-Flüchtlingskommissar, forderte die Evakuierung und Aufnahme dieser schutzlosen Menschen. Die EU muss die Flüchtlinge retten und in Europa aufnehmen.

Fordern Sie persönlich die Bundesregierung mit unserer E-Mail-Aktion „Fluchtwege nach Europa öffnen – Flüchtlinge aufnehmen!“ zum Handeln auf.

Wir fordern:

  • dass die über 11.000 von UNHCR in Libyen registrierten Flüchtlinge gerettet, evakuiert und in Europa aufgenommen werden – ein Teil auch in Deutschland,
  • dass zügig eine solidarische und menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen in Europa organisiert wird. Keinesfalls dürfen Flüchtlingsboote auf dem Meer zurückgewiesen oder abgedrängt werden,
  • dass Tunesien und Ägypten jede erdenkliche Hilfe erhalten.

Hinweis: Auf unserer Facebook-Seite bleiben Sie über die PRO ASYL-Aktion informiert und können Ihre Freunde zum Mitmachen einladen!

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.